Samstag, 21. Juni 2008

Und da war SIE...

Der Moment hat sich ja lange Zeit gelassen, aber als er dann da war...

Also, von Anfang an. Flo und ich haben, noch gemuetlich im Bett liegend, Plaene fuer's Wochenende geschmiedet. Schon halb elf, nun wurde es aber wirklich Zeit aufzustehen. Flo ging ins Bad, putzte sich sie Zaehne und stellte sich anschliessend unter die Dusche - und dann ploetzlich der Aufschrei "Nein - Julia, eine Spinne!". Dann - das hab ich noch nie gesehen - sprang Flo mit einem riesen Satz aus der Dusche! Mich vorsichtig vorbereitend sagte er dann nur "sie ist wirklich gross"!

Ich wagte ja kaum einen Blick um die Ecke zu werfen, und da sass ES an unserem Duschfenster, ein dungelgraues, haariges Getier mit einem 3cm langen und sehr dicken Koerper und mindesten je 4-6cm langen Beinen. Nach meinem hysterischen Anfall hatten unsere Nachbarn bestimmt keinen Zweifel mehr daran, dass ich auf brutalste weise ermordet wurde.

Ok, ich habe mich dann erst mal auf Bett gerettet. Wie werden wir das Ding wieder los... Nachdem ich den Nachbarn, unseren Rezeptionisten und Oliv zur Rettung aufbieten wollte, mahnte mich Flo zur Vernunft. Der Einfall, im naechsten Shop einen Giftspray aufzutreiben wuerde das Problem auch nicht beheben. Erstens weiss man ja nie wie so ein Tier auf eine giftige Dusche reagiert und zweitens muss man es im Erfolgsfall auch noch aus der Dusche entfernen.

Flo hatte zum Glueck den glaenzenden Einfall einen Besen zu nehmen um den Stoerefried ins Freie zu treiben (ok - lieber er als ich). Mutig und bewaffnet begab er sich ins Bad, den Duschvorhang als Schutz vor sich haltend. Ich hopste derzeit immer noch nervoes auf dem Bett herum. Sogleich begann Flo mit dem Besenruecken ans Fenster zu klopfen. Zuerst bewegte sich gar nichts. Wir dachten schon dass das Tier sich in unsere Dusche zum Sterben zurueckgezogen hatte...

Naja, der Schluss ist nun ziemlich unspektakulaer; die Spinne liess sich nach draussen Treiben und Flo ernannte ich zum Held des Tages.

Spinne


Sydney June

Samstag, 24. Mai 2008

Alltagsleben

Arbeitend und Studierend vergeht die Zeit hier in Sydney wie im Fluge. Flo ist fleissig am Schreiben seiner Assignments (don't mention the 'A' word) und ich gehe jeden Tag zur Abeit, so wie sich's eben gehoert - irgendwie ist das Leben hier im Moment gar nicht so anders, wie in Zuerich...

Morgens um halb 7, 7 werden wir von dem ohrenbetaeubenden Gekraechze der Kakadus auf unserem Balkon geweckt. Da sie, davon abgesehen, aber unglaublich herzig sind, werden sie natuerlich von uns gefuettert. Dies zieht natuerlich immer mehr Voegel und somit auch Laerm an... (natuerlich kommen sie auch am Wochenende, da saemtliche Erziehungsversuche klaeglich gescheitert sind).

Also, ich stehe ca. 7 Uhr auf, mache mich fertig fuer die Arbeit, trage 'smart casual', da sich die Auswahl meiner Garderobe aber in Grenzen haelt, meist Anzug mit Bluse. Dann esse ich Fruehstueck, ein Muesli mit Jogurt. Flo steht zusammen mit mir auf, waehrend ich esse sitzt er am Computer und liest die Nachrichten im Internet, bevor er anfaengt zu arbeiten. Meist hoeren wir kein Radio, da die Sender hier zu wenig Musik spielen.

Um 8 Uhr mache ich mich dann auf den Weg zur Arbeit. Dieser fuehrt mich entlang der Macleay Street, am Fitzroy Brunnen (ein Brunnen, der so aussieht wie ein grosser Ball) vorbei und natuerlich auch durch Kings Cross, welches sich des morgens leider nicht so schillernd praesentiert. Links und rechst von der Strasse liegen Arbeitslose und Drogenabhaengige. Meist sind auch einige Aboriginals darunter, sie haben sich in Australien leider nicht so richtig ans schnelle Leben gewoehnen koennen und fuehren oft ein Leben in Armut und Alkoholismus.

Ich gehe also schnell zum Bahnhof und nehme den Zug, der morgens immer brechend voll ist, bis zur Haltestelle Martins Place. Die Fahrt dauert nur 2 Minuten, die Strecke ist aber doch zu weit fuer mich, um zu Fuss zu gehen. Die Zuege fahren um diese Uhrzeit alle 2-3 Minuten, sehr praktisch. Angkommen fuehrt mich eine Unterfuehrung an Food Courts und kleinen Laeden vorbei, welche mich dann in der Mitte des Platzes ausspuckt.

Martins Place ist ein zentraler Platz im CBD (central business district), gesaeumt von Banken und Laeden, wie Gucci und Armani. Zugleich ist es der Ort, an dem die jaehrliche 'ANZAC Day' Rede uebertragen wird. Dieser Tag, der 25. April, ist der Australia - New Zealand Gedaechtnistag zum Gedenken der vielen Australischen und Neuseelaendischen Kriegsopfer im ersten Weltkrieg. Dieser Tag ist hier wichtiger als der Nationalfeiertag.

Nun dauert es noch ca. 5 Minuten bis ich vor meinem Buerogebauede an der George Street 301 stehe. Im 2. Stock erwartet mich in einem kleinen italienischen Bistro schon mein morgentlicher Kaffee Latte mit einem Loeffel Zucker. Im 6. Stock ist unser Buero eingemietet. Es ist ein ziemlich altes Gebaeude, nicht sehr chic, aber die Lage ist super.

Um 1 Uhr ca. mache ich Mittag, meist mit Myles, einem Arbeitskollegen. Er ist 10 Jahre juenger als ich und auch der einzige, der sonst noch Mittagessen geht, die Auswahl ist also nicht sehr gross. Wir gehen zusammen in einen Food Court, er liest Zeitung, ich lese Zeitung und manchmal reden wir auch (eigentlich ist er sehr nett und unterhaltsam). Nachdem in unserer Firma die Stunden nicht gezaehlt werden, ich eh viel zu viel arbeite und ich eine Stunde Mittag zu gute habe, nehme ich sie auch meistens.

Um 6.30, 7 Uhr mache im mich dann auf den Heimweg, hole Abendessen, wenn ich nicht selber was koche, von einem der unzaehligen Takaway Restaurants in Pott Point und bin ca. 7.30 zu Hause, wo ich von Flo schon hungrig erwartet werde.



Sydney Mai 08

Sydney Aquarium

Freitag, 25. April 2008

Der erste Besuch - Mama und Gabor

Schon lange freuten wir uns auf unseren ersten Besuch. Meine Mama und ihr Lebenspartner Gabor kamen am 17. März via Singapur eingeflogen. Nachdem wir sie vom Flughafen abgeholt hatten fuhren sie ins Hotel in Sydney. Der Plan war, vier Tage in Sydney, eineinhalb Wochen mit Reisen und am Schluss noch einmal eine Woche in Sydney zu verbringen.

Ich glaube alles in allem konnten sie genau einen gemeinsamen Tag in Sydney geniessen. So ein Pech kann man eigentlich gar nicht haben. Nachdem sie am ersten Tag noch voller Freude die Stadt erkundet hatten, ging es Gabor am Abend schon nicht mehr so gut. Tagsdarauf musste er dann schon mit 39.7 Grad Fieber ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Lungenentzündung fesselte ihn dann eine Woche lang ans Bett.

Zum Glück konnten die beiden dann doch noch eine gemeinsame Reise nach Kangaroo Island und ins Red Center unternehmen. Schon auf der Rückreise nach Sydney wurde dann meine Mutter krank; mit Müh und Not schafften sie es dann, nach vier Tagen mit Fieberspitzen über 40 Grad, via Bangkok nach Zürich zurück zu fliegen.

Wir versuchten natürlich jeweils dem gesunden Partner ein bisschen die Stadt zu zeigen. Wir hoffen, dass sie wenigstens ein paar schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen konnten.

Aber trotzdem - war schön dass Ihr da wart!

Watson Bay, Sydney